Geschichte der beiden Ortschaften Aue und Wingeshausen

Seit der Kommunalreform 1975 stehen beide Ortschaften unter dem gemeinsamen Dach der Stadt Bad Berleburg. Zuvor waren Sie selbstständige Gemeinden des Amtes Berleburg.

Als ersten Nachweis menschlichen Schaffens müssen wir die hoch über dem Edertal liegende „Aue´sche Burg“ ansehen. Nach den Erkenntnissen des Landschaftsverbandes soll dieses Relikt aus der Zeit von ca. 700-600 vor Christi stammen, also aus einer Zeit wo weder von Aue, noch von Wingeshausen die Rede war. Vor mehr als 2000 Jahren lies sich in hier ein keltischer Volksstamme nieder. Ob dieser Stamm freiwillig aus unserer Gegend fortging, oder ob er in der Völkerwanderung verdrängt wurde, lässt sich heute nicht mehr nachweisen. Möglicherweise hat er sich auch mit den Chatten vermischt. Im dritten Jahrhundert nach der Zeitrechnung gehörte unsere Heimat zum Stammesgebiet der Franken. Die Besiedelung erfolgte stromaufwärts an Eder und Lahn.

Ortschaft Aue im Edertal

Aue erstreckt sich idyllisch im Edertal, Wingeshausen ist in einem Seitental der Eder gelegen. Die auf dem Rothaarkamm verlaufende Gemarkungsgrenze von Wingeshausen ist Kreisgrenze zum benachbarten Cöll`schen Sauerland. In früherer Zeit diente sie als Stammesgrenze zwischen den Sachsen und den Franken. Die Höhenlage, in Aue am Bahnhof gemessen, beträgt 455 m NN (Aue`sche Burg 600 m NN) und steigt oberhalb von Wingeshausen bis auf über 700 m NN an.


Wingeshausen wird urkundlich erstmals in einem Streit mit zwei Adeligen aus Oberhundem im Jahre 1332 erwähnt. Der bekannte Historiker Anton Crawelius, von 1624 bis 1630 Pfarrer in Wingeshausen, spricht in den Berleburger Chroniken von der Wingeshäuser Kirche und datiert diese bereits dem Jahre 1099 zu. Aue wird bei Günter Wrede erstmals 1624 unter „Auf den Auen“ genannt. Die Nachforschungen von Herrn Mehldau reichen bis in das Jahr 1520 zurück.

Die Haupteinnamequelle lag für Wingeshausen in der Forstwirtschaft und in den damit verbundenen Tätigkeiten, wie z.B. der Köhlerei und der Holzabfuhr. Aue tendierte in eine ganz andere Richtung. Die Industrie nutzte die noch bestehenden Hammerwerke und deren Wasserkraftanlagen an Kappel und Eder. Die Bemühungen bezüglich der Erzgewinnung brachten nicht den gewünschten Erfolg. Die Literatur spricht jedoch davon, dass sich im Raum Aue – Wingeshausen ein regelrechtes Zentrum der Erzgewinnung befunden hat. Stollen und Anschüttungen sind noch vielerorts erkennbar.

Seit eh und je waren die beiden Ortschaften eng miteinander verbunden. Sie bildeten ein gemeinsames Kirchspiel und einen sogenannten Schultheißbezirk. Die Verbundenheit drückt sich noch heute im Vereinsleben aus. Die meisten der über 20 Vereine, Verbände und Genossenschaften tragen „Aue -Wingeshausen” auf ihren Fahnen.

(Verfasser dieses Berichtes ist Albert Hof)
 
 Mehr Geschichte und Geschichten finden sich im "blauen Bildband" zu Aue-Wingeshausen.
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Kirche Backhäuser Bergbau

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